Shorties von Art Gaviria
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Spanisch
2012
Treasure Hunt
Ein Kind kommt nach einem harten Streit mit seinem Vater an den Main von Hanau und versucht mit seinen aufkochenden Emotionen und Selbstzweifeln klar zu kommen, als er im Wasser eine Flaschenpost findet mit einer Schatzkarte. Die Suche führt in wunderschönen Bildern zu sich selbst.
Zusammen mit Hobbyfilmemacher Thomas Elm und dem jungen Andres Robles (in seinem Erstlingswerk) inszenierte Art Gaviria diese wunderschöne Moritat über Kindheit, Selbstzweifel und den Weg zu sich selbst. Obwohl er 2011 gedreht wurde, dauerte es bis 2015, bis er im Rahmen der Aktivität mit Magomo seine Schönheit zeigen konnte.
2014
No se juega con el mar
Die Gefahren des Meeres und was es bedeuten kann, wenn man mit diesen Gefahren spielt, zeigte dieser Shorty. Ein Kind, das gerne Unfälle vortäuscht, erlebt am eigenen Leib, wenn etwas „richtig“ schief geht.
Gefilmt in Cambrills 2014 zusammen mit Antonio Gonzales. Die verregneten Bilder liessen sich leider auch in der Post-Produktion auffrischen, aber vielleicht gehören sie zu der düsteren Stimmung dieses Kurzfilm. Obwohl er gerde in Richtung Lateinamerika gute Resonanz hatte, gibt es dieses frühe Werk im Moment auf keiner Platform.
2015
Serial Kid
Der Film lief mit dem Werbeslogan „Schau nach, wen Du in Dein Haus lässt!“. Diese Kurzgeschichte beginnt als Dialog über das Erwachsen werden und endet als echte Horrorstory im Stile von Alfred Hitchcocks „Psycho“. Hervorragend gespielt mit dem jungen Andres Robles.
Wiederum in Hanau gefilmt mit dem späteren Team von Magomo bedeutet dieser Shorty eine Evolution der Bilder. Die erste Zusammenarbeit mit dem professionellen Kameramann Carlos A. Madriñan stellt einen qualitativen Schnitt im Schaffen Art Gavirias dar.
2015
Math Problems
Andrés Robles als Jugendlicher mit Problemen in Mathematik zeigt, dass er seinen persönlichen „Weg“ hat, damit umzugehen. Inspiriert von Coppolas „Der Pate“ folgt der Shorty mit Inszenierung, Rhythmus und Kamera-Perspektiven seinem Vorbild in einer berühmten Szene.
Die Pizzeria „Dalla Mamma“ in Hanau-Großauheim war Spielort dieser kurzen Filmstudie. Obwohl niemals veröffentlich erscheinen Schlüsselszenen immer wieder im Showreel von Andres Robles oder Art Gaviria. Art Gaviria selbst führte Kamera.
2016
Time to say Goodbye
Ein Geschäftsmann mittleren Alters geht mehr oder weniger skrupellos durchs Leben, bis er erkennt, dass längst ein Killer auf ihn angesetzt wurde. Am Schluss hallen seine Worte „Ich bin hier der Chef und mache wie ich das will“ durch das Szenario, doch nun mit einer neuen Bedeutung.
Hervorragend gespielt erzeugt der engagierte Killer ein Schaudern und erschrecken.
Time to say goodbye war eigentlich als langer Kurzfilm im Stile von Rashomon geplant. In drei unterschiedlichen Versionen und einem Vorspiel sollte die Geschichte des Geschäftsmannes gezeigt werden, der fatalistisch auf sein Ende zugeht. Das Ende sollte offen bleiben und symbolisieren, dass die Liebe und Mitgefühl den Verlauf ändern können. Leider wurde nur das sehenswerte Finale inszeniert.
2017
Pobres alemanes
Dieser Shorty beschreibt, wie zwei unschuldige Kolumbianer auf Besuch in Deutschland durch Verwicklungen am Schluss ein eine schwierige Situation gelangen wo nun echtes Fingerspitzengefühl zählt. Wer einmal im Ausland verloren war, kann sich hier gut einfühlen 🙂
Der erste Kurzfilm nach „Magomo“ war eigentlich eine schnelle Inszenierung aus einer Laune heraus zwischen Art, Carlos Madriñan und Angela de Goldschmidt. Zwischen der ersten Idee, dem Drehbuch / Script und dem Abschluss der filmischen Umsetzung lagen nicht einmal zwei Stunden. Sehenswert!
2017
El pub, la Pobla y la muerte
Was passiert, wenn der Tod in einem kleinen Dorf ankommt und mit den Besuchern eines kleinen Pubs eine Schachpartie um ihr Leben spielt? Das ist das Kernszenario des Klassikers von 2017, gedreht in La Pobla de Lillet mit dem hervorragenden Joan Barnola als Tod.
Die Inszenierung ist leicht, wie eine Komödie. Erst am Schluss wird klar, dass es hier die ganze Zeit um das Leben geht. Sehr sehenswert und immer noch auf Youtube zu finden.
Zu erwähnen ist, dass es hier fast einen Skandal gab, da der Darsteller Xisko Armengou kurz vor der Premiere unter ähnlichen Bedingungen wie im Film verstarb. Erst als klar wurde, dass Xisko ein großes Fan der Produktion war, wurde schließlich der Film in seiner Erinnerung aufgeführt.
2020
Vater-Liebe
In den Zeiten von Corona ist es eine große Aufgabe mit den vielen Herausforderungen der Zeit umzugehen. Der Protagonist erhält die Nachricht vom baldigen Tod seines Vaters und versucht, die zerrütteten Familienverhältnisse in Ordnung zu bringen. Am Schluss gibt es eine unerwartete Wendung.
Für Andrés Robles gelangte dieser Film zu einer Spielwiese für seine Fähigkeiten. Er fängt mit seinem Spiel den Zuschauer ein und lässt die folgenden Sequenzen unter die Haut gehen. Aber auch sonst hervorragend gespielt von allen Rollen und Stimmen. Im Moment präsentiert für Festivals und absolut sehenswert.
